Visualität wird zum entscheidenden "booster" in der Kommunikation der Zukunft
Die visuelle Kommunikation der Zukunft: Sie ist interaktiv, mobil und individuell. Dabei sind der Medialität technologisch wie auch materiell fast keine Grenzen mehr gesetzt. So das Ergebnis der viscom tec.09 conference, die am 30. September, einem Tag vor dem Start der viscom, in Düsseldorf stattfand. Zur Konferenz waren Medienexperten aus den USA, Asien, Großbritannien, Skandinavien und Deutschland angereist. Einig war man sich darüber, dass die visuelle Kommunikation derzeit den größten technologischen Innovationsschub ihrer bisherigen Entwicklung erlebt. Die Konvergenz von Medienkanälen und neuen Technologien wird dabei zunehmend auch die Content-Gestaltung und Zielgruppenansprache beeinflussen. Möglich ist alles: Kommunikation in Echtzeit, an jedem Ort, als Surrogat von realer und virtueller Realität mit interaktiver Einbindung der Kunden.
Das zeigten die Vorträge von Laura Davis-Taylor (Retail Media Consulting Atlanta/USA) und Scott Seaborn (Ogillvy Group UK), der am Beispiel eines sportlichen Groß-Events die Verknüpfung von individuellen Filmaufnahmen mit Informationen aus sozialen Netzwerken aufzeigte. Für den User heißt das: Er kann mobil und interaktiv zu jedem einzelnen Bildelement in Echtzeit aktuelle Detailinformationen abrufen. Das Bild wird damit zum interaktiven Informationsträger. Die Grenzen zur "augmented reality", bei der Realität und computeranimierte Bilder verschmelzen, sind dabei fließend. Das zeigte Jan Schlink (metaio GmbH) am Beispiel der LEGO Digital Box. Mit ihr können mittels Kamera und interaktivem Kiosk LEGO-Spielzeuge schon vor dem Auspacken in einer virtuellen 3D-Animation als integraler Teil der realen User-Umgebung dargestellt werden. Kunden haben so eine Verpackung und gleichzeitig vor Augen was mit den Steinen gebaut werden kann.
Neue Dimensionen in der Kommunikation eröffnet inzwischen auch der Einsatz neuer Materialien. Angefangen vom zweischichtigen Mantel, auf dessen Oberfläche Nachrichten platziert werden können, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden, bis hin zu Licht durchflutetem Beton, der mittels integrierter Glasfaser sichtdurchlässig wird. Was hier inzwischen möglich ist, zeigte Dr. Sascha Peters (Haute Production). Gleiches gilt auch für den Multimediaeinsatz in der Architektur: Professor Holger Moths (Moths Architekten) machte deutlich, wie mit intelligenter Architektur nach aussen gezeigt werden kann, was innen drin ist, was sich hinter der Fassade bewegt. Die meisten Beispiele liefert der Kunde Globetrotter.
Interaktivität wird zunehmend wichtiger. Doch wie werden neue interaktive Technologien die Kunden-Kommunikation verändern? Und welche Technologien könnten dabei zum Standard werden? Chris Harrison (Carnegie Mellon University Pittsburgh) blickte in seinem Vortrag voraus und beschrieb unter anderem am Beispiel des iPhones, wohin die Reise in den nächsten 5 - 10 Jahren geht, beispielsweise über direct input und decoupled input. Doch was auch immer an neuen Technologien zur Ablösung von Maus und Tastatur entwickelt wird, der Input Mechanismus des 21. Jahrhunderts wird so alt wie der Mensch selbst sein - nämlich der menschliche Finger.
Das demonstrierte auch Dr. Daniel Michelis (Anhalt University of Applied Science), der am Beispiel einer Storefront in Berlin über interaktive Großbildschirme im öffentlichen Raum referierte. Bei ihr sind vier Screens installiert, die mit Kameras die Passanten auf dem Sidewalk erfassen. Deren Spiegelung provoziert die Interaktion der Passanten, die teilweise minutenlang stehen bleiben. Dass Interaktivität Kunden im Erleben (ver-)bindet, stellte Richard Kuhn (Deutsche Telekom) am Beispiel des neuen Projekts Shop 2010 vor, das mit einer Vielzahl multimedialer Elemente arbeitet, darunter unteren anderem den Multitouch Beratungstisch.
Quelle: Pressemeldung Reed Exhibitions Deutschland GmbH
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