Innovative Chemikalien für die Erdölförderung
Auf dem BASF-Stand 2105 in der Halle "Cavaniglia" informieren Experten Fachbesucher über das umfassende Produkt-, Leistungs- und Serviceangebot der BASF.
Besonders im Fokus stehen dabei die Produkte für die Formulierung von Chemikalien für die Öl- und Gasförderung. Das Portfolio der BASF ist auf diesem Gebiet sehr breit und umfasst Produkte für die Herstellung und Inbetriebnahme einer Bohrung sowie Chemikalien für die kontinuierliche und kosteneffiziente Produktion der wertvollen Öl- und Gasressourcen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die tertiäre Förderung, das so genannte Enhanced Oil Recovery (EOR).
Für die neu aufgestellte Geschäftseinheit Chemikalien für Ölfeld und Bergbau der BASF ist dies der erste bedeutende Messeauftritt. Durch die Zusammenführung der Ölfeldchemikaliengeschäfte der ehemaligen Degussa Bauchemie und der früheren Ciba AG ist die BASF in diesem Marktsegment ein Global Player geworden. Die wichtigsten Standorte sind Ludwigshafen und Trostberg in Deutschland, Houston/Texas in den USA und Bradford in Großbritannien. Das Geschäft ist Teil des Unternehmensbereichs Veredlungschemikalien und wird von Steffen Kudis geleitet.
Polydrill " und Alcomer " für eine erfolgreiche Bohrung
Auf dem Gebiet der wasserbasierenden Bohrspülflüssigkeiten liegt der Fokus der BASF auf hochleistungsfähigen, temperaturstabilen und kontaminations-toleranten Produkten. Die Alcomer" Produkte sind sehr vielseitig verwendbar: So lassen sich beispielsweise das Fließverhalten der Bohrflüssigkeit gezielt einstellen oder das unerwünschte Quellen von Schiefergestein während der Bohrung unterdrücken. Mit Polydrill" gelingt es, den Wasserverlust der Bohrflüssigkeit auf dem Weg in die Gesteinsformation zu minimieren - eine wichtige Voraussetzung für einen störungsfreien Bohrprozess. Das umfangreiche BASF-Portfolio bietet zudem weitere notwendige Additive wie etwa Biozide, Flockungshilfsmittel, Korrosionsschutzadditive, Schmiermittel, Entschäumer, Emulgierhilfsmittel oder Kesselstein-Inhibitoren .
Liquiment " und Polytrol " zur Zementierung des Bohrlochs
Nach erfolgreicher Bohrung wird das Förderrohr aus Stahl mit Spezialzement fest im Boden verankert. Immer häufiger muss die Zementmischung dabei über lange Strecken gepumpt werden. Hohe Temperaturen der immer tiefer liegenden Lagerstätten stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. Die hochmodernen Liquiment" Dispergiermittel der BASF verbessern die Fließfähigkeit des Zementschlamms bei niedrigen Wassergehalten, so dass dieser über viele Kilometer gepumpt werden kann, ohne vorzeitig zu erstarren. Polytrol" und Alcomer" Additive verhindern, dass Wasser während des Verpumpens der Zementmischung unerwünscht in die Formation versickert - nur so ist das vollständige und sichere Verfüllen des Zwischenraums zwischen dem Förderrohr und dem Formationsgestein gewährleistet.
Alcomer " und Basocorr " zur Stimulation des Öl- und Gasflusses
Wenn in einer alten Bohrung der Öl- oder Gasfluss versiegt oder aber eine neue Bohrung in Betrieb genommen werden soll, wird durch die so genannte Stimulation die Durchlässigkeit der Öl oder Gas führenden Gesteinsformation erhöht. Je nach Technologie werden Chemikalien unter hohem Druck in den Boden gepumpt, bis sich Risse im Gestein bilden, oder bei geringerem Druck mit Säuren kleinste Kanäle in das Gestein geätzt, durch die später ungehindert das wertvolle Öl oder Gas zur Förderbohrung fließen kann. Bei der Rissbildung unter hohem Druck lässt sich der Reibungsverlust der Stimulationsflüssigkeit durch den Zusatz ausgewählter Alcomer " Produkte erheblich reduzieren. Korrosionsinhibitoren der Basocorr " Reihe schützen gleichzeitig wirksam wertvolle Anlagenteile und Ausrüstungsgegenstände bei einer Säurebehandlung, etwa mit aggressiver Salzsäure.
Basorol " und Basoflux " im Produktionsprozess
In den allermeisten Förderstätten wird gemeinsam mit dem Öl und Gas auch Wasser gefördert. Dieses unerwünschte Wasser muss vor dem Weitertransport beziehungsweise der weiteren Verarbeitung in der Raffinerie entfernt werden. Oft verschärft sich das Wasserproblem mit zunehmendem Alter der Förderstätte und in einigen Fällen werden sogar 90 Prozent Wasser und nur 10 Prozent Öl gefördert. Mit dem umfangreichen Basorol " Produktsortiment stellt die BASF der Serviceindustrie ein breites Spektrum hochwirksamer Formulierungsrohstoffe zur Verfügung, um effiziente Öl-Wasser- Spalter zu entwickeln. Paraffinreiche Öle neigen dazu, Förder- und Transportpipelines durch Abscheidung von Paraffinkristallen zu verstopfen. Dieses Problem kann durch Zugabe von Basoflux " Paraffininhibitoren vermieden werden. Bei der Förderung und dem Transport von Gas kann die Bildung von Gashydratkristallen unter ungünstigen Bedingungen (niedrige Temperatur, hoher Druck) den Transport behindern. Die Bildung derartiger Gashydrate lässt sich durch den Zusatz geringster Mengen Gashydratinhibitoren der Luvicap " Produktreihe unterdrücken.
Tertiäre Ölförderung - Enhanced Oil Recovery (EOR)
Mit primären und sekundären Fördermethoden ist die Menge an Rohöl, die aus einem Ölfeld gefördert werden kann, auf ca. 20 bis 40 Prozent begrenzt. Um den Energiebedarf auch in Zukunft sicher decken zu können, arbeiten die Ölfirmen weltweit intensiv an Verfahren zur Steigerung der Ausbeute in bereits erschlossenen Feldern. Für diese Verfahren entwickelt die BASF verbesserte Chemikalien. Durch die Verwendung von tertiären Fördermethoden, auch bekannt unter der Bezeichnung Enhanced Oil Recovery (EOR), kann mehr des ursprünglich vorhandenen Öls - gewöhnlich zwischen 30 und 60 Prozent - extrahiert werden.
Dabei gibt es verschiedene EOR-Methoden, einschließlich der Injektion von Chemikalien (chemische EOR). Die Injektion von verdünnten Polymerlösungen (Polymerflutung) in Wasser stellt eine äußerst bewährte Technologie dar, die auf leicht- bis mittelschwere Öle angewendet werden kann. Das Polymer erhöht die Viskosität des injizierten Wassers. Die Menge an gefördertem Öl steigt im Allgemeinen an, da der Wasserdurchbruch vom Injektor zur Förderbohrung (Fingering) unterdrückt wird. Häufig hindern hohe Grenzflächenspannungen (IFT) oder Kapillardrücke die Öltropfen daran, sich durch die Lagerstätte zu bewegen. Ähnlich wie bei einem Waschprozess können Tenside, die in den Boden injiziert werden, die Ablösung und den Transport des mobilisierten Öls durch die Lagerstätte unterstützen. Die BASF entwickelt die nächste Generation von Tensiden und Polymeren, die speziell dazu dienen, zusätzliches Öl unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen zu fördern. Die neuen Tensidformulierungen sind für hochviskose Öle (> 1.000 mPas) entwickelt worden. Polymere der nächsten Generation ermöglichen Polymer-Fluten in Lagerstätten mit hohem Salzgehalt und/oder hoher Temperatur.
Quelle: Pressemeldung BASF SE
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