Beethoven in China - Podiumsveranstaltung auf der Buchmesse

21.10.2009 | Mainz
Deutsche und chinesische Musikverlage berichten über Zusammenarbeit

Musik ist international und kann Brücken bauen, das zeigt auch die Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Musikverlage. Anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, auf der sich China als Ehrengast präsentierte, berichteten am Samstag Vertreter des chinesischen Musikverlages Hunan Literature & Art Publishing sowie der deutschen Verlage Schott Music und C.F. Peters auf einer Podiumsveranstaltung über bisherige Kooperationen und den dynamisch wachsenden Musikmarkt in China.

Mehr als 200 Verlage für Musikbücher und Noten gibt es zurzeit im Land der Mitte. Sie erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen Euro, wobei mehr als die Hälfte des Umsatzes auf drei große Verlagshäuser entfällt. Hunan Literature & Art Publishing ist einer davon. Der Verlag hat sich auf Musikschulbücher und Studienliteratur spezialisiert. Mitte der neunziger Jahre gegründet, hat sich das Unternehmen innerhalb von 15 Jahren von einem nationalen zu einem international angesehenen Verlag entwickelt. Vor zehn Jahren hat Jia Sun, stellvertretender Geschäftsführer von Hunan, auf der Suche nach Partnern zum ersten Mal die Frankfurter Buchmesse besucht: "Keiner kannte damals unser Unternehmen." Das hat sich deutlich geändert. Mittlerweile verlegt sein Haus mehr als 400 Lizenzausgaben, darunter Noten renommierter Verlage, wie Schott Music, Eulenburg, Boosey & Hawkes oder C.F. Peters. "Das Interesse an Musik, für das Erlernen eines Instruments oder für das Singen, ist in China enorm", sagt Sun, "Schätzungen zufolge lernen beispielsweise mehr als 30 Millionen Chinesen Klavierspielen".

Dr. Rainer Mohrs, Cheflektor von Schott Music aus Mainz, sprach über die Grundlagen der deutsch-chinesischen Kooperation: die gemeinsame Überzeugung, dass Musik ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens ist und eine wichtige Rolle bei der Erziehung und Förderung junger Menschen spielt. "Der Beitritt Chinas zur Berner Konvention zum Schutz des geistigen Eigentums 1992 schuf die Voraussetzung für eine Kooperation des Verlages Schott mit chinesischen Verlagen. So wurde zum Beispiel das bei Schott verlegte Orff-Schulwerk 2004 ins Chinesische übersetzt."

Die intensive Zusammenarbeit mit europäischen Verlagen liegt außerdem an der Popularität für westliche klassische Musik in China. "Es waren in erster Linie westliche Militärmusik, Kirchenlieder, die romantischen Werke Tschaikowskys oder die virtuosen Stücke Rachmaninoffs, die die zeitgenössische Musik prägten." sagt die Autorin Britta Schilling-Wang (München). In den 20er und 30er Jahren wurde an den chinesischen Konservatorien sogar ausschließlich nur westliche Musik gelehrt.

Der Frankfurter Verlag C.F. Peters pflegt seit 1993 Kontakte nach China. Bisher wurden 200 Titel lizensiert. "Wir sind stolz darauf, dass sich viele unserer Noten in China über die Jahre gut verkaufen und wir werden unsere Beziehungen Schritt für Schritt ausbauen", so Joachim Großpersky. Ähnliches gilt für die Partiturenreihe Eulenburg Audio + Score, die Hunan Literature zusammen mit Schott Music 2009 in Chinesisch veröffentlicht hat. 50 Werke großer Komponisten, darunter Bach, Mozart, Beethoven und Schumann, sind bisher erschienen und können jetzt von Musikinteressierten nachgelesen bzw. mittels beiliegender CD mitgehört werden. "Eine einzigartige Bibliothek klassischer Orchesterwerke ist nun auch in China erhältlich", sagt Rainer Mohrs. Weitere 20 Partituren sollen folgen.

Im Westen weitgehend unbekannt ist die zeitgenössische Musik Chinas. Dieses künstlerische Potential gilt es zu entdecken. Schott Music unternimmt daher den längst überfälligen Schritt und sicherte sich die Werkrechte des zeitgenössischen Komponisten Wang Xilin, um dessen Musik auch außerhalb Chinas bekannt zu machen. Schott und Hunan waren sich darin einig, dass der musikalische Austausch mit China insgesamt zu einem besseren gegenseitigen Verständnis führen wird.

Quelle: Pressemeldung SCHOTT MUSIC GmbH & Co KG

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