Aufbau intelligenter Infrastrukturen im Fokus des IT-Gipfels
"Intelligente Netze sind eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, die Energieversorgung und Mobilität unserer Gesellschaft zu sichern, den Klimawandel zu stoppen, das Bildungs- und Gesundheitswesen zu modernisieren und den Bürokratieabbau zu beschleunigen."
Intelligente Infrastrukturen auf Basis moderner Technologien könnten nur im Zusammenspiel von öffentlicher Hand und der Wirtschaft aufgebaut werden. Scheer: "Deshalb ist der IT-Gipfel als Plattform für die Entwicklung einer strategischen Infrastruktur- und Wachstumspolitik enorm wichtig." Das Land brauche eine langfristige Perspektive für die Zeit nach der weltweiten Wirtschaftskrise.
Neben einer Infrastrukturinitiative ist aus BITKOM-Sicht eine gezielte Förderung von Zukunftsbranchen notwendig, u.a. durch eine Software-Initiative. In den Segmenten Software und IT-Services sind in den letzten Jahren rund 100.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen worden. "Vielen Unternehmen fehlt aber Kapital, um den Schritt der Internationalisierung zu gehen", sagte Scheer. "Dieses Problem hat sich in Finanz- und Wirtschaftskrise verschärft." Ein aus privaten und öffentlichen Mitteln mischfinanzierter Software-Fonds könnte als Ergänzung des erfolgreichen Hightech-Gründer-Fonds in das Wachstum förderungswürdiger Unternehmen investieren.
Die Erfolge des IT-Gipfels können sich aus Sicht des BITKOM sehen lassen. Projekte wie die einheitliche Behördenrufnummer 115, das Leuchtturmprojekt Theseus, die Nachwuchsinitiative Erlebe IT, der Bundes-CIO, Deutschland sicher im Netz (DsiN) oder das FuE-Projekt zu E-Energy sind im Rahmen des Gipfel-Prozesses auf den Weg gebracht worden. Scheer: "Ein Musterbeispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft ist die Breitbandstrategie der Bundesregierung." Sie wurde beim letztjährigen IT-Gipfel angekündigt und wird nun Schritt für Schritt umgesetzt.
Ein weiteres zentrales Thema des diesjährigen IT-Gipfels ist die Internetpolitik. "In den vergangenen Jahren gab es in der Internetpolitik viele Gesetzesinitiativen und in der Folge viel Verunsicherung", sagte Scheer. Für Kritik sorgten das Gesetz gegen Kinderpornografie im Internet, aber auch die Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchungen oder das Urheberrecht. Dabei steht die Wirtschaft vielfach für die praktische Durchsetzung in der Pflicht. "Es darf nicht länger eine Trial-and-Error-Politik auf dem Rücken der Internetwirtschaft geben", sagte Scheer. Stattdessen müsste die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit geschaffen werden. Scheer: "Wir brauchen schlankere Regelwerke, die aber müssen dann nachdrücklicher durchgesetzt werden." Internetpolitik soll im IT-Gipfel künftig stärker diskutiert werden.
Insgesamt blickt die deutsche Hightech-Industrie optimistisch ins nächste Jahr. Die große Mehrheit der Anbieter von Produkten und Diensten der Informationstechnik und Telekommunikation erwartet für 2010 ein Wachstum. Das geht aus den Ergebnissen der aktuellen Branchenbefragung des BITKOM hervor. Danach rechnen 57 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatzplus und weitere 17 Prozent mit einem stabilen Geschäft. "Die Hightech-Branche hat die Wirtschaftskrise gut bewältigt", sagte Scheer. Der Aufschwung der Gesamtwirtschaft werde auch zu einer weiteren Belebung der Hightech-Märkte führen. Impulse erwartet der BITKOM von Unternehmen, der öffentlichen Hand und Privatverbrauchern. Positiv stimmt auch, dass die Aussichten aktuell deutlich besser bewertet werden als vor einem Jahr. Damals hatten weniger als die Hälfte der Unternehmen mit einem Umsatzplus im Folgejahr gerechnet.
Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.
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